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Genesung

Autorenbild: Susanne Bremer
Susanne Bremer
7. Okt.
3 Min. Lesezeit

Vielleicht beginnt Genesung mit Verstehen


Was wäre, wenn Wissen ein Teil Ihrer Genesung ist?

Nicht nur zu wissen, was man hat.Sondern zu verstehen, was im eigenen Körper passiert.

Ich finde diesen Gedanken zunehmend wichtig – auch für meine Arbeit in der Praxis.

Denn wenn wir krank sind oder uns über längere Zeit erschöpft, unausgeglichen oder einfach „nicht wie wir selbst“ fühlen, suchen wir verständlicherweise nach einer Lösung. Nach der einen Untersuchung, dem einen Präparat, der einen Behandlung, die endlich etwas verändert.

Manchmal gibt es tatsächlich einen entscheidenden Ansatzpunkt.

Aber häufig ist unser Körper komplexer.


Unser Körper ist kein Puzzle mit nur einem fehlenden Teil

Gesundheit entsteht nicht an einer einzigen Stelle.

Schlaf, Ernährung, Bewegung, Stress, Hormone, Stoffwechsel, Verdauung, Immunsystem, Psyche und unser soziales Umfeld stehen miteinander in Verbindung. Auch Medikamente oder bestehende Erkrankungen können eine Rolle spielen.

Das bedeutet nicht, dass wir alles gleichzeitig verändern müssen.

Im Gegenteil.

Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir anfangen, Zusammenhänge zu verstehen.

Warum schlafe ich schlecht, wenn ich dauerhaft unter Anspannung stehe?

Warum reagiert meine Verdauung auf Stress?

Warum fühle ich mich nach manchen Mahlzeiten energiegeladen und nach anderen eher müde?

Warum kann Bewegung meine Stimmung verändern?

Und warum tut mir manchmal eine ganz einfache körperliche Behandlung so gut?

Je besser wir solche Zusammenhänge verstehen, desto leichter können wir herausfinden, was uns persönlich guttut.


Aus Wissen kann Selbstwirksamkeit entstehen

Wissen allein macht noch nicht gesund.

Aber Wissen kann etwas verändern.

Wenn ich meinen Körper besser verstehe, bin ich ihm nicht mehr ganz so ausgeliefert. Ich kann Zusammenhänge erkennen, Fragen stellen und Entscheidungen bewusster treffen.

Aus „Irgendwie stimmt etwas nicht mit mir“ kann vielleicht werden:

„Ich beginne zu verstehen, was mein Körper mir sagen möchte.“

Das bedeutet nicht, jedes Körpersignal analysieren zu müssen oder ständig an sich arbeiten zu müssen.

Es geht auch nicht um Selbstoptimierung.

Es geht vielmehr darum, die eigenen Möglichkeiten kennenzulernen.


Es gibt selten den einen Schlüssel

Ich glaube nicht an das eine Ernährungskonzept, das für alle Menschen funktioniert.

Ebenso wenig an die eine Behandlung, das eine Nahrungsergänzungsmittel oder die eine Methode, die alle Probleme löst.

Manchmal ist es ein besserer Schlafrhythmus.

Manchmal mehr Bewegung.

Manchmal eine Veränderung der Ernährung.

Manchmal braucht der Körper Entlastung und Regeneration.

Manchmal ist Körperarbeit hilfreich.

Und manchmal braucht es ganz eindeutig medizinische Diagnostik oder Behandlung.

Oft ist es nicht ein Schlüssel, sondern das Zusammenspiel mehrerer kleiner Veränderungen.

Und manchmal braucht es vor allem eines: Zeit.

Selbstbestimmt bedeutet nicht, alles allein machen zu müssen

Selbstwirksamkeit wird manchmal mit „Ich muss das selbst schaffen“ verwechselt.

Das sehe ich anders.

Selbstbestimmt zu leben bedeutet nicht, alles alleine machen zu müssen.

Es bedeutet, die eigenen Entscheidungen möglichst gut verstehen und mittragen zu können.

Genau dabei kann Begleitung hilfreich sein.

In meiner Praxis möchte ich nicht einfach eine fertige Lösung über einen Menschen legen. Ich möchte zuhören, Fragen stellen, Zusammenhänge sichtbar machen und gemeinsam schauen:

Wo könnte ein sinnvoller nächster Schritt liegen?

Dabei ist mir wichtig, den Menschen immer als Ganzes zu betrachten – und gleichzeitig die Grenzen naturheilkundlicher Behandlung zu respektieren. Naturheilkundliche Begleitung kann medizinische Diagnostik und notwendige ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Sie kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein.


Vielleicht beginnt etwas mit einer guten Frage

Vielleicht müssen wir nicht immer sofort die perfekte Lösung finden.

Vielleicht dürfen wir zunächst neugierig werden.

Auf unseren Körper. Auf unsere Gewohnheiten. Auf unsere Reaktionen.

Auf das, was uns stärkt – und auf das, was uns immer wieder aus dem Gleichgewicht bringt.

Denn unser Körper arbeitet jeden Tag daran, sich zu regulieren und sein inneres Gleichgewicht zu erhalten.

Wir müssen ihn nicht perfekt machen.

Aber wir können lernen, ihn besser zu verstehen und ihm gute Bedingungen zu geben.

Vielleicht beginnt Genesung manchmal genau dort:

mit dem Moment, in dem wir anfangen zu verstehen.

Und vielleicht liegt der nächste Schritt an einer Stelle, an der wir bisher noch gar nicht gesucht haben.

Ihre Susanne Bremer

 
 
 

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Heilpraktikerin

Susanne Bremer

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